Sonntag, 30. Dezember 2007Über Geschmack kann man nicht streiten![]() The View brauchen keine Frisuren, die Band hatte schließlich ein #1-Album in England! Kürzlich verbrachte ich die halbe Nacht auf einer sehr lustigen WG-Party in Hannovers Innenstadt. Auffällig war der betont lässige Musikgeschmack der Gastgeber: Stundenlang liefen coole Tarantino-Soundtracks und ein paar entspannte Hits, allesamt natürlich via iTunes im Shuffle-Betrieb. Die Zuhörer nickten also anerkennend, sahen über einige Wiederholungen hinweg und und dachten sich: “Da versteht jemand was von der guten Seite des Pop!” Ein paar Monate früher stieg auch eine Party, diesmal in einer anderen niedersächsischen Kleinstadt. Mein Geburtstag im Haus meiner Eltern. Wiederum lief die ganze Nacht lang Musik nach dem Zufallsprinzip, die Auswahl hatte vorher Stunden in Anspruch genommen und war, zumindest aus meiner Sicht, natürlich mindestens genau so stilsicher. Insgesamt mit deutlicher mehr Gitarren, natürlich. Eben gerade, zu Weihnachten, habe ich dann im Kreis der Familie eine Mix-CD namens “Popkultur für Laien” verschenkt. Dieses kleine Stück Plastik markiert quasi den Höhepunkt meines Selbstbewusstseins in Sachen Musikgeschmack: Alle relevanten Newcomer aus sieben Jahren Britpop, Indie und Rock in rund 70 Minuten. Genau die Bands und Songs, die ich unter Alkoholeinfluss zielsicher aus riesigen Playlists oder CD-Stapeln fische, wenn ich mich auf irgendwelchen Partys zum tyrannischen Herrscher über die Anlage aufschwinge. Dabei bin ich weit davon entfernt, ein großer Nerd in Sachen Indierock zu sein. Zahllose DJs, Musikredakteure, Dummschwätzer und auch Blogger (die sich auch aus den drei vorherigen Kategorien rekrutieren) liegen weit vor mir. Aber: Noch ein paar Jahre Studentenleben mit genug Zeit und Geld für Online-Recherche und CD-Käufe könnten dazu führen, dass ich auch ein eigenes Zimmer nur für Musik brauche. In letzter Zeit frage ich mich ab und zu, ob meine musikalische Arroganz nicht in Wirklichkeit auf einem sehr unsicheren Fundament steht. Mehr Spaß scheinen nämlich oft die Leute zu haben, die sternhagelvoll über irgendwelche “Abi-Partys” stolpern und dabei mieseste Hits vom Ballermann mitgröhlen. Oder einfach mal die eine oder andere Tüte rauchen und dann früh morgens auf hannoverschen WG-Partys zu den Hip-Hop-Helden ihrer Pubertät abspacken. Was nützt das pseudo-schlaue Gelaber über ach so tolle “The-Bands”, wenn der wahrhaftige Spaß woanders wartet? Zum Glück gibt es noch eine dritte Kleinstadt in Niedersachsen, die ich regelmäßig besuche. Jeden Sommer gastiert dort nämlich das Hurricane Festival und mir wird klar: Mein Musikgeschmack ist super! Dienstag, 4. Dezember 2007Ohne Fleiß kein Preis
Manchmal, wenn ich abends in der Bahn sitze, völlig erschöpft von einem mehr oder weniger harten Tag in der Uni, empfinde ich tiefen Respekt für all jene, die dauernd “ehrliche, harte Arbeit” abliefern. Oder wie man das nennt.
Sonntag, 25. November 2007Eigenlob stinkt
Offensichtlich möchte der werte Herr Mit-Blogger den Eindruck vermeiden, sich allzu gern selbst zu loben. Deshalb berichte ich jetzt, dass er mitgeholfen hat, “Grund der Ausweisung: Lästiger Ausländer” vorzubereiten - ein Projekt, das Ausweisungs-Verfahren des Bremer Senats aus den 1920er Jahren aufarbeitet. Zu diesem Zweck haben Studenten diverse Akten gesichtet und einen Sammelband erstellt. Die Profis von der Bremer Shakespeare Company übernahmen die Aufgabe, das Ganze szenisch darzustellen.
Heute haben wir uns das Ergebnis angesehen: Auf der einen Seite ist das verschrobene Deutsch der Bremer Bürokratie unglaublich unterhaltsam, andererseits nimmt einen die Schilderung der Schicksale wirklich mit. Der latente Rassismus, die Starrköpfigkeit und völlige Kaltblütigkeit, die in den Protokollen und Akten dokumentiert sind, haben mich sehr beeindruckt. Insofern ist die Inszenierung wirklich empfehlenswert! Heute in einer Woche gibt es nochmal die Gelegenheit, der Matinée beizuwohnen und eventuell auch ein Programmheft anzuschaffen! Karten gibts (auch) im Netz. Samstag, 17. November 2007Morgenstund' hat Gold im Mund“Der Frühschoppen ist die traditionelle, regional unterschiedliche, deutsche Version des Brunch, also eine Vormittagsmahlzeit. In Oberbayern versteht man unter einem Frühschoppen meist ein Weißwurstfrühstück, bestehend aus Weißwürsten, süßem Senf, Brezen und Weißbier. Letzteres erklärt die eigentliche Bedeutung des Wortes ”Frühschoppen“: Der tageszeitlich frühe Genuss eines Schoppens.” (Wikipedia) Morgen ist es soweit: Im Dienste der Wissenschaft werde ich eine typisch deutsche (?) Gewohnheit erkunden, deren Sinn mir bisher völlig unerklärlich geblieben ist. Keine leichte Aufgabe, nein wahrlich nicht! Zumal ich auf das ganze Essen verzichten und ausschließlich Bier konsumieren werde. Berichterstattung folgt, eventuell sogar mit Fotos... Freitag, 16. November 2007Wie du mir, so ich dir![]() “Och nö, nix politisches diesmal! Wie wäre es mit Tieren? Dieser Knut vielleicht?” Manchmal hat man in der Straßenbahn die interessantesten Gedanken. Eben gerade zum Beispiel: Vielleicht wollte Stefan Aust den SPIEGEL durch die bescheuerten Titelthemen in letzter Zeit um den Großteil seiner Abonnenten bringen, weil er schon wusste, dass er seinen Job verlieren würde. Oder war es etwa umgekehrt? Mittwoch, 24. Oktober 2007"Wer nicht wagt, der nicht gewinnt!"
...heißt im Klartext:
Ich hätte ihr sagen sollen, dass mir ihre Art zu tanzen gefallen hat. Und dazu hätte ich sie erstmal ansprechen müssen.
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