Die Olympischen Spiele sind immer wieder ein schöner Anlass, um mit Drogen vollgepumpten Menschen beim Betreiben abseitiger Randsportarten zuzuschauen. Die heimlichen Stars sind aber die Kommentatoren. Beispiel:
Heute sah ich das Vorrundenspiel im Damenhockey Deutschland gegen Argentinien. Der vom Fußball bekannte Sprecher Béla Réthy kommentierte. Man merkte ihm wunderbar an, dass er von diesem Spiel noch viel weniger verstand, als von jenem mit dem runden Leder. Geschickt überließ er deshalb die hintergründigen Aspekte einem Co-Kommentator mit Fachwissen. Statt dessen brachte er mich jedoch mit jeder Nennung des Namens
Fanny Rinne zum Schmunzeln. Das ist die Spielmacherin der deutschen Nationalmannschaft. Die google-Bildersuche wies mich zudem darauf hin, dass sie bereits nackig im Playboy zu sehen war (
“Verwandte Suchvorgänge: fanny rinne playboy”). Während ich also kichernd vor dem Fernseher saß, redete Bela munter weiter. Die deutschen Damen fingen sich gegen Ende ein Tor nach dem anderen. Doch für den Reporter ist das kein Grund zu verzweifeln:
“Die Damen liegen zurück, aber an der Verteidigung sollte es nicht liegen, denn der Minister Jung ist da.”
Ich hörte auf zu kichern.
Im Anschluss Leichtathletik. Die Königsdisziplinen der Olympischen Spiele. Und ein Schaulaufen für Wolf-Dieter Poschmann. Er erläuterte dann auch ganz fleißig alle möglichen Details, die niemanden interessieren. Aber gut, er ist mit Herzblut dabei. Dann ging es an die Halbfinals im 800m-Lauf der Damen. Irgendeine Russin gewann und dann eine Kenianerin. Und dann sagte Wolf-Dieter:
“Die Russinnen haben mit dem Urin getrickst, das haben Sie ja bestimmt gehört.”
Hm, nein. Will ich das?