Ich frage mich zum dritten Mal innerhalb kürzester Zeit, was eigentlich los ist.
Wieso, verdammt nochmal, wird Hardware und Software so entwickelt oder ausgeliefert, dass der durchschnittliche User verzweifeln muss?
Zuerst Pearl. Dort gibt es billige GPS-Empfänger mit eingebautem “POI-Warner”, d.h. man kann sich Positionsdaten aus dem Internet herunterladen, die per Kabel überspielen und dann piept der kleine Kasten im Auto, wenn man sich diesen Stellen nähert. Das Ding zu nutzen, um vor Blitzern gewarnt zu sein, ist natürlich nicht völlig legal - aber darauf werden die Käufer im Kleingedruckten hingewiesen. Wie dem auch sei: Pearl liefert die Kiste mit einer CD, auf der eine veraltete Software-Version enthalten ist. Die kann nicht korrekt mit
POIbase kommunizieren, sodass genau
gar nichts funktioniert. Natürlich gibt es keine Fehlermeldung, sondern einfach einen leeren Bildschirm. Lösung verhilft ein Software-Download vom Anbieter der Daten, der auf seiner Website wiederum nicht auf die Kompatibilität mit dem Pearl-Gerät hinweist. Da kommt der normale Kunde kaum drauf!
Zweitens Brother. Die liefern, acht Jahre nach Erscheinen von Windows XP, nagelneue Drucker mit CDs aus, auf denen unsignierte Treiber für Windows XP enthalten sind. Installiert man die nach der gedruckten Anleitung, warnt Windows XP vor den möglicherweise gefährlichen Treibern und rät dem gutgläubigen Anwender, das Setup sofort abzubrechen.
Drucker funktioniert dann natürlich nicht. Abhilfe verschafft erst ein Besuch von
brother.de, wo man nach ca. acht Klicks (und Weiterleitung auf
brother.com) die “WHQL-zertifizierten” Treiber finden kann, die dann als selbst-extrahierendes Archiv heruntergeladen, entpackt und über den Windows-Hardware-Assistenten installiert werden müssen. Online gibt es sogar eine Anleitung, aber allein das Entpacken und Wiederfinden der Treiber schafft der normale Media-Markt-Kunde nicht!
Drittens Gigabyte -- und hier bin ich direkt betroffen. Gigabyte geniert sich nicht, den Kunden über das automatische
BIOS-Update-Tool auch instabile Beta-Versionen zu installieren, ohne das entsprechend zu kennzeichnen. Ergebnis:
Systemabstürze, Verwirrung, großer Ärger. Irgendeine sinnvolle Support-Seite gibt es nicht, sodass ich jetzt auf Verdacht das etwas ältere BIOS wieder eingespielt habe. Natürlich findet man das nur, wenn man die genaue Bezeichnung des Mainboards auf
gigabyte.com.tw eingibt, die deutsche Website ist unerreichbar und das automatische Update-Programm bietet keinerlei Hilfestellung. Erfolg ungewiss, System läuft jetzt seit 45 Minuten. Ich bin sauer.
Kein Wunder, das so viele Leute
woanders einkaufen.