Sonntag, 19. September 2010Strom ist gelb, aber vor allem schwarzTrackbacks
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hahaaaa super Kommentar ...aber echt teilweise einfach nur falsch und sorry...auch ein bische naiv! 1. Die von der Bundesregierung aufgestellten Grundannahmen aus dem Energiekonzept bzw die Studien von Prognos, RWI und CO, die diesem zu Gru...nde liegen, sind fern jeder Realität! Die Bundesregierung hat da entprechend dran herumgedreht so dass eine Laufzeitverlängerung schöngerechnet wird. Wenn wir erst im Jahr 2030 50 % Erneuerbare im Stromsektor erreichen würden müssten wir den jährlichen Zubau massiv runterfahren...2. letzteres kann man mit Laufzeitverlängerungen und einer entsprechend veränderung der Gesetzeslage schaffen...wenn Schwarz Gelb es nur möchte. Bliebe es ungefähr beim aktuellen Stand wären wir schon im Jahr 2020 bei 50 % im Stromsektor 3. Diese Almosen die von den Konzernen angeblich gezahlt werden sollen sind, verglichen mit dem was sie mehr verdienen werden, lächerlich. Ein “freiwilliger Fond”...nachdem die Brennelementesteuer auf 6 Jahre begrenzt wurde? 2,3 Mrd pro Jahr? Allein die Sanierung von Asse II kostet zwischen 5 und 10 Mrd. Und um das nochmal klar zu machen: Die Erneuerbaren Energien brauchen nicht einfach nur einmal “mehr Geld” sondern sichere Investitions und Marktkonditionen und die Abschaltung von Grundlastkraftwerken! Als Brücke können nur Kraftwerke funktionieren, die an und abschaltbar sind. Das sind im Grunde genommen nur Gaskraftwerke. Atomenergie ist nicht rauf und runterregelbar und aus diesem Grund “verstopfen” sie die Netze nur. 4. Ich stimme dir zu, dass nicht jedes einzelne Jahr bezüglich der Laufzeiten (bzw wie du richtig erklärt hast jede MWh Reststrommenge) ausschlaggebend ist. Es ist der im vorigen Punkt erklärte Systemkonflikt der den wirklichen Ausbau Erneuerbarer Energien verhindert.. Und vor allem aufgrund des Systemkonflikts habe ich demonstriert.
Wir können uns da gern nochmal weiter drüber unterhalten...ich habe jetzt kein bock mehr zu schreiben
Hier ist eine Hochrechnung, wie ein EE-Strom-Mix 2020 aussehen könnte (okay, wieder eine regierungsnahe Quelle, Gegenvorschlag gerne her): http://bit.ly/bsIU9c (Seite 9, rechts die Daten für Strom). Demnach dürfte Wind den absoluten Löwenanteil ausmachen, während der Biomasse-Boom vor allem in die Wärme geht.
Bedeutet das nicht, dass viel der neuen EE-Kapazität mittelfristig nicht “auf sich allein gestellt” zur Deckung der Grundlast eingesetzt werden kann? Oder ist das Argument, dass Wind+Gas (je nach Wetter) die AKW ersetzen sollten? Da wäre es m.E. sinnvoller, die Kohle vom Netz zu nehmen. Erstens ist das Zeug ineffizient, zweitens weiß man nie wozu es später noch gut sein könnte, z.B. wenn mal das Öl alle ist. Die AKW hingegen produzieren eine Menge Gewinn und Steuermittel, die letztlich nicht schaden werden (zumal die Subventionen für EE in der Summe jedes Jahr teurer werden, oder?)... Des Pudels Kern ist wohl, wie man das Risiko eines großen Störfalls und die Atommüll-Frage einschätzt. Irgendwie habe ich das Gefühl, dass wir an dieser Stelle keinen Konsens erzielen werden
Nein, die Quelle ist schon recht gut gewählt Die 47 % 2020 Kampagne wurde auch von der Erneuerbaren-Branche mit unterstützt. Wie du siehst sind dort fast 50 % des Stroms von Erneuerbaren abgedeckt, im Gegensatz zum Energiekonzept der Bundesregierung. Das Einzige, was an dieser Studie nicht stimmt ist die Aktualität. Sowohl Wind als auch Solarstrom haben allein für die Jahre 2008, 2009 und voraussichtlich auch 2010 bereits überholt. Bedeutet es könnten allein 2020 noch mehr im Strombereich werden.
Ich denke dass die Erneuerbaren Energien definitiv mit entsprechendem Ausbau von Netzen und Speichermöglichkeiten auf sich allein gestellt funktionieren können. Sämtliche fossilen und nuklearen Energieträger müssten nun schrittweise auslaufen bis die Erneuerbaren komplett übernehmen. Die berühmte “Brücke in Zeitalter der Erneuerbaren”, die die Atomenergie dar stellen soll funktioniert nicht aufgrund des genannten Systemkonflikts. Bis zur Umstellung auf die Erneuerbaren können Gaskraftwerke Fluktuationen in der Stromversorgung ausgleichen. Langfristig sind aber auch diese m.E. nicht mehr notwendig. Ich verstehe die Reaktion, vor allem unter aktuellen Klimadiskussionen, dass man für ein Abschalten von Kohle vor Atom ist. Ich halte aber Atomenergie in keinerlei Form für günstig. Klar sind die aktuellen Atommeiler abgeschrieben und produzieren deshalb eine Menge günstigen Strom. Jedoch kommen Kosten wie Sicherheitsaufrüstungen und sämtliche Endlagerkosten mit in die Rechnung mit rein (teilweise oder ganz vom Steuerzahler aufgebracht). Der Staat subventioniert die Atomenergie auf vielfältige Weise. Am Besten ist, dass die Firmen die Atomkraftwerke nicht haftpflichtversichern müssen sondern dass der Staat dieses übernimmt (http://www.greenpeace.de/fileadmin/gpd/user_upload/themen/atomkraft/FSSubventionen_der_Atomkraft.pdf) Wie du schon im ersten Artikel geschrieben hast, wird selbstverständlich auch die Kohle in Deutschland gefördert und auch das kritisiere ich. Im Prinzip wäre eine Ausstiegsszenario für Kohle in näherer Zukunft genauso vonnöten. Im 100 % Szenario des Sachverständigenrat der Bundesregierung (auch mit der geschätzten Prof. Schreurs) würden die letzten Kohlekraftwerke in den 30ern abgeschaltet. Das halte ich für vertretbar. Und im Endeffekt hast du schon Recht wenn du sagst, dass es dann darauf ankommt, wie groß man das Risiko ein Störfalls und der Atommüll-Frage einschätzt.
ach so und hier noch der Link zum SRU-Gutachten http://www.umweltrat.de/cae/servlet/contentblob/1001596/publicationFile/66394/2010_05_Stellung_15_erneuerbareStromversorgung.pdf
Mir geht hier langsam die Puste aus, weil ich mit dem Tippen einer wichtigen Arbeit beschäftigt bin. Vielen Dank trotzdem für den Nachschlag, Harm!
Was Frau Schreuers und Kollegen da über den Ausgleich der Fluktuationen bei den Erneuerbaren schreiben (S. 62 ff.) überzeugt nicht völlig, finde ich. Man müsse nur mal eben die Kapazitäten in Richtung Norwegen schnell und massiv ausbauen, dann ergänzen sich Pumpspeicher und deutscher EE-Strom perfekt. Ach so, und einige zusätzliche Gaskraftwerke wären auch nicht schlecht. Dass es prinzipiell (d.h. mit sehr viel Geld und sehr viel politischem Willen und europäischer Koordination) möglich ist, relativ bald 100% grünen Strom zu haben - okay! Dass es politisch vernünftig wäre und ökonomisch sinnvoll ist (und von mir als Lichtblick-Kunde auch unterstützt wird) - check! Die Frage ist eben nur, ob eine Politik der kleinen Schritte und Zugeständnisse an die Energiekonzerne in diesem Fall die Vision kaputt machen und den Erfolg verhindern -- oder angesichts vieler Unsicherheitsfaktoren in diversen Szenarien nicht ganz unbegründet und vermutlich nicht allzu schädlich sind. Schließlich ließe sich das Szenario mit Wind + Wasserspeichern auch in Ruhe testen und dann sukzessive (quasi AKW für AKW) erweitern. Von Beginn an wirtschaftlich wird es sowieso nicht sein, muss also so oder so politisch gesteuert werden. Ach so, was die Kohle angeht, sieht es übrigens wieder mal düster aus. Da sind wir uns dann wohl einig: http://www.fazfinance.net/Aktuell/Wirtschaft-und-Konjunktur/Steinkohle-Ausstiegsplan-steht-auf-der-Kippe-RAG-Stiftung-mahnt-in-Berlin-Unterstuetzung-an-5000.html
Gut, wir sind ja nicht mehr so weit von einander entfernt. Nur unter dem Punkt Lichtblick kann dir raten, wenn du es sowohl etwas für Erneuerbare machen möchtest als auch den Strom noch etwas günstiger haben möchtest zu Naturstrom zu wechseln. Lichtblick kauft, was unter energieszenariotechnischen Aspekten etwas positives ist, lediglich Strom aus Norwegen und Österreich. Der Umwelnutzen ist gleich Null. Bei Naturstrom wird ein Anteil pro kWh in EE investiert und trotzdem ist der Strompreis niedriger. Weitere interessante Stromanbieter die gewisse Nachhaltigkeitskritieren erfüllen findest du unter www.gruenerstromlabel.de
Dein Argument mit den Zugeständnissen teile ich auch weiterhin nicht. Und einem Szenario wo du sukzessive die Atomkraftwerke abschaltest, je nachdem wieviel Erneuerbare dazu beitragen, wollen allein die Energieversorger nicht. Ein massiver Zubau an Erneuerbaren Energien führt definitiv zu Schwankungen in der Stromversorgung, die die Atomkraftwerke nicht ausgleichen können (o.g. Systemkonflikt). Das führt zu weniger Vollaststunden für die Atomkraftwerke was automatisch zu geringeren Einnahmen führt und ab einem gewissen Punkt rentieren sich Atomkraftwerke einfach nicht mehr. Von daher haben die Energiekonzerne ohnehin kein Interesse unter EE-Szenarien ihre Atomkraftwerke weiterlaufen zu lassen. Und jetzt müsste ich wissen was denn “(...) eine Politik der kleinen Schritte und Zugeständnisse an die Energiekonzerne (...), die ”nicht ganz unbegründet und vermutlich nicht allzu schädlich“ sein soll. Wie bereits erwähnt wird die Atomkraft gesetzgeberisch und finanziell bereits so angenehm wie möglich gemacht. Sogar der rot-grüne Ausstiegsbeschluss war für die Konzerne ungemein profitabel. Die Besteuerung und ”freiwillige Abgabe" halte ich, wie oben bereits dargestellt für nicht sonderlich hilfreich. Sie müsste schon höher ausfallen um solche Aktionen wie Asse auszugleichen. Und selbst bei dieser sehr moderaten Höhe fangen die Betreiber bereits an von einem Abschalten gewisser Anlagen zu sprechen. Ich frage mich in wie Weit sie reagieren würden wenn man mit höheren angemesseneren Forderungen kommen würden. Ich persönlich fänd es ja super wenn die Atomkraftwerksbetreiber mal sämtliche Kosten bis zur Endlagerunge übernehmen würden. Ich frage mich in wie weit dann noch Atomkraftwerke hier so unglaublich rentabel laufen würden. Halbwegs witzig zu diesem Thema, auch wenn ich kein wirklicher Heute-Show-Fan bin: http://www.youtube.com/watch?v=thH1LMaizgY Am Ende wird die Milchmädchenrechnung mit der Brennelementesteuer auch mal gemacht. |
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