Das Land Sachsen plant eine
verstärkte Überwachung gewaltbereiter Fußballfans, nachdem es in den letzten Wochen erneut zu Zusammenstößen verschiedener Fangruppen und der Polizei gekommen war. Es sollen neben Drohnen, mit deren Hilfe man Randalierer aus der Luft identifizieren will, auch verstärkt so genannte szenekundige Beamte eingesetzt werden. Diese sollen dazu beitragen, dass “die Polizei gewaltbereiten Fans ausreichend habhaft werden und Stadionverbote durchsetzen” kann. Denn im Moment seien die Beamten vor allem damit befasst, die Lage bei Ausschreitungen unter Kontrolle zu bringen. Da der Freistaat durch die Krawalle einen Imageschaden befürchtet und deshalb u.a. um die Vergabe von Spielen der Frauenfußball-WM an ihre Städte bangt, sollen die Krawallverursacher stärker beobachtet werden.
Das von der CDU geleitete Innenministerium ist also offensichtlich der Meinung, dass sich das Problem der Randale auflöst, in dem man möglichst viele Stadionverbote ausspricht. Eine Praxis, die sich in den letzten Jahren als nicht besonders erfolgreich erwiesen hat. Schließlich wird nicht unbedingt nur im Stadion geprügelt, sondern besonders oft außerhalb. Zudem werden oft Unbeteiligte Opfer eines Stadionverbots, denn neben denen, gegen die ein strafrechtliches Verfahren eingeleitet wurde, können auch “die Daten von Personen gespeichert (werden), gegen die von der Polizei Personalienfeststellungen, Platzverweise und Ingewahrsamnahmen angeordnet wurden, wenn bestimmte Tatsachen die Annahme rechtfertigten, dass sich diese Personen zukünftig im Zusammenhang mit Sportveranstaltungen an Straftaten von erheblicher Bedeutung beteiligen werden”, so die
Zentrale Informationsstelle Sporteinsätze. Immer wieder wurden Fälle bekannt, in denen ungefährliche Fans zur falschen Zeit am falschen Ort waren und mit einem Stadionverbot belegt wurden.
Einziger Lichtblick im Programm des Innenministeriums: Die Präventivarbeit der Fanprojekte soll mit 300000€ gefördert werden. Dieser vernünftige Weg wird aber erst jetzt beschritten, nachdem es zu Streitigkeiten über die (mangelnde) Finanzierung durch den Freistaat gekommen war.