...dem glaubt man nicht, auch wenn er stets die Wahrheit spricht.
Beispiel: Ein Interview mit Lothar Matthäus auf der Eurosport-Homepage zur Verpflichtung von Jürgen Klinsmann als Bayern-Trainer.
Er sagt:
Matthäus: Es gibt auch Dinge, die für ihn sprechen. Klinsmann spricht viele Sprachen. Wenn man die Kommunikation mit den Ausländern verbessern möchte, ist das sicherlich ein Vorteil. Aber ich glaube, dass es nicht das Hauptkriterium gewesen sein kann. Ich könnte auch auf englisch oder italienisch mit den Spielern reden.
Eine, so viel ist bekannt, dreiste Lüge:
Und weiter:
Frage: Bei der WM 2006 war Jürgen Klinsmann der Motivator und Joachim Löw eher für den taktischen Bereich zuständig. Denken Sie, dass sich dieses Modell im täglichen Geschäft abnutzt?
Matthäus: Diese Frage stelle ich mir auch, denn ich habe sehr viel nachgedacht.
Gut. Überraschend, aber gut. (Ich möchte mich nicht erdreisten, dies als Lüge darzustellen.)
Allerdings vernachlässigt er sein neues Credo gleich bei der letzten Frage:
Frage: 2010 steht die Fußball-WM auf dem Programm. Werden wir Sie in Südafrika als Trainer einer Nationalmannschaft auf der Bank sehen?
Matthäus: Wie gesagt, ich mache mir einige Gedanken. Es gibt immer wieder Kontakte und ich hatte sehr viele Anfragen in den letzten drei Monaten. Ich will nicht sagen, dass ich konkret verhandelt habe. Konkret vielleicht zwei, drei Mal.
Merke: Erst denken, dann nochmals denken und dann erst reden. Dann lügt man auch nicht in zwei aufeinander folgenden Sätzen.
Ach ja: Wer jetzt hier die Wahrheit sucht, die laut Sprichwort ja auftauchen müsste, aber nicht als solche erkannt wird: Viel Wahres findet sich nicht in dem Interview, dafür eine (implizite) Studie darüber, wie Personen mit gekränkter Eitelkeit umgehen.